Architekturwoche München A4

Zeitmaschine Architektur

Schwelgen Sie gerne in glorreichen Zeiten oder entwickeln Sie lieber Fortschrittsideen? Was für Gefühle haben Sie, wenn von Utopien die Rede ist? Mal ehrlich, gehören Sie eher zu den Nostalgikern oder sehen Sie Ihr Zukunftsglück in einer sich immer erneuernden Gesellschaft?

Werfen wir einen Blick auf unsere Städte, so sind für all diese Gedanken Beispiele vorhanden, denn die Architektur spiegelt auch immer ihre Entstehungszeiten und die daraus hervorgegangenen Ideen wider:
In München sind nach 1945 die Weichen in Richtung Rekonstruktion gestellt worden. Zu den Olympischen Spielen 1972 ist dagegen mit den Sportstätten und dem olympischen Dorf der Versuch einer Stadt- und Sozialutopie entstanden, die auch durch die maßstabsetzende Einbindung der Landschaft weltweit Beachtung fand.

Bei städtischen Entwicklungen sind je nach Zeitperiode Fragen wie „Die verkehrsgerechte Stadt“, „Moderne trifft Geschichte“, „Stadt und Leerräume“, „Nutzungsmischung“ oder „Zukunftsvision“ unterschiedlich beantwortet worden. In diesem Kontext einen Blick auf exemplarische Punkte der Stadt zu werfen, ist das Ziel der Vierten Architekturwoche.

Wir haben dazu an fünf Tagen fünf Orte in München – die exemplarisch für die Entwicklung seit 1945 sind – ausgewählt, um vor Ort deren Bestand und die Entstehungszeit genauer zu betrachten. Hinsehen, nicht mit der Absicht zu werten oder gar zu kopieren, sondern um mit den Erkenntnissen Neues denken zu können und somit Antworten für weitere Entwicklungen zu finden: die „Zeitmaschine Architektur“ am laufen zu halten. Aber auch, um aktuelle Themen wie „Energieeffizienz“, „Nachverdichtung“ oder eine neu aufkommende „Gemeinschaftlichkeit“ bewusst einzubinden.

An dieser Stelle ein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, Kuratoren, Sponsoren und an die Kooperationspartner, die Landeshauptstadt München mit Baureferat, Kulturreferat und Planungsreferat sowie die Oberste Baubehörde und die Bayerische Architektenkammer, durch die eine Umsetzung der „Zeitmaschine Architektur“ möglich wurde.
Die Architektur als Anlass, der BDA als Gastgeber, 850 Jahre München als Rahmen: Wir laden Sie ein, die Stadt mit ihrer Geschichte, ihren Einflüssen, ihrer Gegenwartsrelevanz und ihren Zukunftspotenzialen zu betrachten.

Michael Ziller
Vorsitzender des BDA München und Oberbayern